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MGB-Bahnhof Brig - ein (Mehr-)Generationenprojekt

Vortrag organisiert durch die OG Mittelland/Jura.

Der Gesamtprojektleiter der Bauherrengemeinschaft Bahnhof Brig, Stefan Imboden, stellte das Projekt in seiner ganzen Komplexität vor und ging auf die Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit sieben öffentlichen Bauherren ein.

«Umbau Bahnhof Brig der MGB» ein (Mehr-)Generationenprojekt

Der Gesamtprojektleiter der Bauherrengemeinschaft Bahnhof Brig, Stefan Imboden, stellte das Projekt in seiner ganzen Komplexität vor und ging auf die Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit sieben öffentlichen Bauherren ein. So begannen die ersten Planungen für die Neugestaltung des Bahnhofs Brig bereits 1984. Zuerst wollte man die Gleise der Furka-Oberalp- und Brig-Visp-Zermatt-Bahn heute Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) auf die gleiche Ebene bringen wie die Gleise der SBB, um die Verkehrsströme zu entflechten. 2011 scheiterte dies am Widerstand der SBB und die Planung musste von vorn beginnen. Die Testplanungen 2011-2012 zeigten dann, dass mit Kompromissen eine Entflechtung auch am ursprünglichen Standort möglich ist. Die Stadtgemeinde Brig-Glis führte dann 2013-2014 einen Architekturwettbewerb durch, der vom Tessiner Architekten Luigi Snozzi gewonnen wurde. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Bahnhofplatz mit seinen Strassen und der Architektur. Brig-Glis hatte jetzt eine schöne Vision für den Bahnhof, wobei aber wichtige Details wie zum Beispiel die Fahrleitungen auf den Visualisierungen noch grosszügig weggelassen wurde.

Um das Projekt voranzutreiben wurde nun ein Generalplaner ausgeschrieben und bestimmt. Die sieben Bauherren schlossen sich unter der Gesamprojektleitung der MGB zu einer Bauherrengemeinschaft zusammen. Deren Gesellschaftszweck war, das Baugesuch vorzubereiten und einzureichen. Das war keine einfache Aufgabe bei einem Projektvolumen von 100 Millionen Franken und wenn man bedenkt, dass die Bauherren ihre ganz unterschiedlichen Interessen haben. Brig-Glis will vor allem ein einladendes Tor zur Stadt und den Entwicklungsschwerpunkt mit dem neuen Quartier im Westen. Die MGB muss die Publikumsanlagen umbauen, damit das Behindertengleichstellungsgesetz erfüllt wird. Zudem müssen die Verkehrsströme soweit möglich entflochten werden. Die heutige Mischnutzung des Bahnhofplatzes durch Fussgänger und Umsteiger, Bahn- und Postautofahrten und nicht zuletzt Privatautos kann nur mit Verkehrslenkern bewältigt werden und hat zu wenig Platz für eine weitere Zunahme der Bahnreisenden.

Nach der im Jahr 2021 gewonnen Volksabstimmung konnte das Baugesuch vorangetrieben werden. Die insgesamt drei Baugesuche, das Plangenehmigungsverfahren der MGB und die Baugesuche an die Gemeinde und den Kanton wurden im Herbst 2023 aufgelegt. Wie es nun mit dem Umbau weitergeht ist noch offen. Es wird sicher Einsprachen geben und auch die Projektorganisation wurde einmal mehr neu aufgestellt. Die MGB hat die Gesamtprojektleitung abgegeben und führt in Zukunft ihres von insgesamt fünf Teilprojekten die von einer Steuerungsgruppe und Programmkoordination geleitet werden.

Weitere Informationen sind in der Präsentation von Stefan Imboden zu finden oder auf www.bahnhofbrig.ch. Wir von der GdI werden die weiteren Arbeiten mit Interesse verfolgen.

Bericht: Matthias Handschin

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Visualisierung des neuen MGB-Bahnhofs Brig
MGB-Bahnhof Brig